Modifikation

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Mo|di|fi|ka|ti|on 〈f. 20
1. das Modifizieren, Veränderung, Umwandlung
2. Einschränkung, Milderung
3. 〈Biol.〉 nicht erbliche, nur durch Einflüsse der Umwelt verursachte Abweichung eines Lebewesens vom Normaltyp; Ggs Mutation (1)
4. 〈Chem.〉 verschiedene Erscheinungsformen eines u. desselben Stoffes infolge unterschiedlicher Kristallsysteme
[<lat. modificatio „(richtige) Abmessung“]

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Mo|di|fi|ka|ti|on [lat. modificatio = Abmessen, Abwägen]: in der Kristallographie Bez. für die unterschiedlich kristallisierenden Zustandsformen von Elementen u. Verb. ( Allotropie, Polymorphie), z. B. die M. des Eisens (α, β, γ, δ), von Eis, Schwefel, Kohlenstoff, Zinksulfid, (Zinkblende/Wurtzit), Calciumcarbonat (Aragonit/Calcit). M. unterscheiden sich in ihren physikal., nicht aber in ihren chem. Eigenschaften; sie können sich an einem spezif. Umwandlungspunkt unter Temp.- u./od. Druckeinwirkung reversibel ( Enantiotropie) oder irreversibel ( Monotropie) ineinander umwandeln.

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Mo|di|fi|ka|ti|on, die; -, -en [mlat. modificatio < lat. modificatio = das Abmessen, Abwägen, zu: modificare, modifizieren]:
1. (bildungsspr.)
a) das Modifizieren; Abwandlung, Abänderung:
-en vornehmen;
der Austragungsmodus hat im Laufe der Jahre viele -en erfahren (ist oft modifiziert worden);
b) modifizierte Form, Ausführung:
der Text liegt in mehreren -en vor.
2. (Biol.) durch äußere Faktoren bedingte nicht erbliche Abweichung einer Eigenschaft; abweichende Ausprägung eines Merkmals.
3. (Chemie) jeweils durch die Kristallstruktur gekennzeichnete unterschiedliche Zustandsform, in der ein Stoff vorkommen kann.
4. (Psychol.) durch Umwelteinfluss hervorgerufene, vorübergehende, geringfügige Veränderung der Konstitution.

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Modifikation
 
[lateinisch modificatio »das Abmessen«, »das Abwägen«] die, -/-en,  
 1) allg: Abwandlung, Abänderung.
 
 2) Genetik: umweltbedingte Variationen in der Ausprägung eines Phänotyps, die bei festliegendem Genotyp dem Organismus eine Anpassung an die Bedingungen unterschiedlicher Biotope gestattet.
 
 3) Kristallographie und Werkstoffkunde: Bezeichnung für eine von mindestens zwei verschiedenen, durch ihre jeweilige Kristallstruktur gekennzeichneten kristallinen Zustandsformen, in der eine feste Substanz in einem bestimmten Temperaturbereich vorliegt. Modifikationen können auch nebeneinander im selben Temperaturbereich vorkommen. (Allotropie, Enantiotropie, Monotropie, Polymorphie)
 

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Mo|di|fi|ka|ti|on, die; -, -en [mlat. modificatio < lat. modificatio = das Abmessen, Abwägen, zu: modificare, ↑modifizieren]: 1. (bildungsspr.) a) das Modifizieren; Abwandlung, Abänderung: -en vornehmen; der Austragungsmodus hat im Laufe der Jahre viele -en erfahren (ist oft modifiziert worden); Ich gäbe ... die Hoffnung nicht auf, dass sich in Bezug auf die Grenzziehung -en erreichen ließen (W. Brandt, Begegnungen 145); b) modifizierte Form, Ausführung: Die äußerlich erkennbaren -en sind bescheiden: eine geglättete Front, eine durchgehende größere Windschutzscheibe (Volksblatt Berlin 17. 6. 84, 13); der Text liegt in mehreren -en vor. 2. (Biol.) durch äußere Faktoren bedingte nicht erbliche Abweichung einer Eigenschaft, abweichende Ausprägung eines Merkmals. 3. (Chemie) jeweils durch die Kristallstruktur gekennzeichnete unterschiedliche Zustandsform, in denen ein Stoff vorkommen kann.4. (Psych.) durch Umwelteinfluss hervorgerufene, vorübergehende, geringfügige Veränderung der Konstitution.

Universal-Lexikon. 2012.

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